Die Beute des Überfalls . . .
Insgesamt 10.466 Gulden erbeuteten die Hinterländer bei ihrem Überfall. Neben 350 Gulden Privatgeld stammten über 10.000 Gulden aus Steuer- und Forsteinnahmen des Großherzogtums Hessen Darmstadt.* Den Raub begingen sie bewusst knapp jenseitz der damaligen Landesgrenze, auf dem Gebiet des Kurfürstentums Hessen-Kassel und nicht auf dem Gebiet des Großherzogtums Hessen-Darmstadt. Das war Ihnen wegen der Abwicklung des Schadens wichtig. Diesen hätte dann der Kasseler Kurfürst dem Darmstädter Großherzog ersetzen müssen und man wäre nicht in Gefahr gekommen, dass der Großherzog wegen des Überfalls rund um Biedenkopf die Steuern erhöhte.

Das Gewicht der Beute
Da die Grundlage des damaligen Münzwesens die Münzkonvention aus dem Jahre1753 war, kann man heute sagen, dass das Gesamtgewicht der erbeuteten Münzen bei ca. 130 kg lag.
Das bedeutete, dass jeder der am Raub beteiligten Personen ca. 16 kg am Münzgeld zu tragen hatte.
Der Wert der Beute
Was den Wert der Beute angeht und warum die Tat ein solches Aufsehen nach sich zog, dass man auch nach 200 Jahren darüber spricht, sollte man sich einmal folgendes vor Augen führen:
Nach dem teilen der Beute blieben jedem der am Raub Beteiligten ca. 1250 Gulden. Landschütze Volk, als Mitwisser der Tat, bekam einen Anteil von ca. 450 Gulden. Der Tageslohn zur damaligen Zeit lag im Hinterland bei ca.16 Kreuzern. Aber nicht jeder Tagelöhner hatte durchweg Arbeit. Wenn man diesen Lohn hochrechnet mit den jeweiligen Arbeitstagen (damals gab es durchweg die 6-Tagewoche) kommt man auf ein Jahreseinkommen von ca. 84 Gulden. Dies bedeutet in der Nachbetrachtung, dass die erbeutete Summe den Gegenwert von 15 Jahren harter Arbeit darstellte.
