Der Tiefbrunnen auf der Pfingstweide
Ein großer Teil der Planungen mit den Problemen der Kombacher Wasserversorgung ab dem Jahr 1961 beschäftigte sich mit dem Thema Tiefbrunnen auf der Pfingstweide. Viele Sitzungen der örtlichen und nach dem Zusammenschluss mit den Gremien der Sadt Biedenkopf sowie Gutachten waren nötig, bis man sich entschloss den Brunnen abzuschalten.
In einem Bericht des Hinterländer Anzeigers steht zu diesem Thema folgendes zu lesen:
Um die Wasserversorgung zu verbessern, ließ die Gemeinde in den Lahnwiesen einen Tiefbrunnen bohren. Ein Pumpversuch brachte das außergewöhnlich gute Ergebnis von 12 Litern in der Sekunde. Man baute den Brunnen aus, aber ihn an das Ortsnetz anschließen konnte man nicht, denn das Wasser war mehr Mineralwasser als Trinkwasser und die enthaltenden Mineralien hätte das bestehende Leitungsnetz verkrustet.
Wikipedia schreibt zu diesem Thema:
Nach Anweisung der zuständigen Stellen wurde auf der Pfingstweide, etwa im Mittelpunkt des sich vom Musbach bis Mornshausen erstreckenden „Kombacher Beckens“ ein Tiefbrunnen auf 60 Meter Tiefe niedergebracht. Die erste Untersuchung des Wassers war für Kombach eine Sensation und lautete: „Es handelt sich um Mineralwasser im Sinne des Mineralwassergesetzes“. Eine 1963 durch das chemische Laboratorium Fresenius in Wiesbaden erfolgte Untersuchung bestimmte die genaue Analyse, die Schlussfolgerung lautet zusammenfassend:
Das Wasser des Tiefbrunnens auf der Pfingstweide in Kombach ist nach den Begriffsbestimmungen für Kurorte, Erholungsorte und Heilbrunnen des Deutschen Bäderverbandes als ein NATRIUM-CHLORID-HYDROCARBONATWASSER zu kennzeichnen.
Besonders beachtlich ist der hohe Gehalt an Natrium-Ionen und die hohe Temperatur, die nur wenige Grad unter der Begriffsbestimmung „Thermalquelle“ liegt.
Die chemische Zusammensetzung entspricht fast dem Mineralwasser aus dem weltberühmten Bad Nauheim. Was tun? Das fragte man sich 1961 und auch nach dem Zusammenschluss mit Biedenkopf 1971. Man bestellte Gutachten, verzichtete aber auf Investitionen, um aus dem Dorf einen Badeort zu machen. Weil jedoch das Wasser zu viel Mineralien enthielt und die auf die Dauer das Leitungsnetz verkrustet hätten, schaltete man den Brunnen ab.
Die Heilquelle hat man in Kombach noch nicht vergessen, denn das Kombacher Wappen zeigt im unteren Abschnitt eine sprudelnde Quelle.

