Das Dietrichstal ist eine Flurbezeichnung in der Kombacher Gemarkung und bekannt für seine Wasserstollen.
Die Wasserversorgung
Die Menschen in der Vorzeit, also auch bei uns in Kombach, achteten bei der Gründung von Ortschaften auf eine ausreichende Wasserversorgung. So siedelten sie meist an Bächen und Flüssen die das Überleben von Mensch und Vieh sicherstellten. Weiter wurden mit diesem Wasser auch Mühlen und Sägewerke betrieben.
In welch einem Überfluss leben wir heute bei uns wenn wir an eine funktionierende Wasserversorgung denken. Täglich Duschen, Wasserspülung für die Toilette, es gibt Waschmaschinen, Geschirrspüler usw. Das ist heute alles kein Problem in unserer funktionierenden, zivilisierten Gesellschaft. Anfang des 20. Jahrhunderts und noch bis in die Mitte der 1960er Jahre sah das bei uns in Kombach ganz anders aus.
Man musste mit den vorhandenen Ressourcen sinnvoll umgehen, damit Mensch und Tier auch bei Trockenheit keine Not litten. So grub man tiefe Brunnen in wasserführende Erdschichten und holte das kostbare Nass mit Eimern aus der Tiefe. Viele Anwesen in Kombach besaßen eigenen Brunnen. Es gab auch öffentliche Brunnen in der Bergstraße, in der Steingartenstraße und der Buchenauer Straße. Ein Relikt aus dieser Zeit ist die heute noch vorhandene Wasserpumpe am Eingang vom Hohle Weg.
Ende des 19. Jahrhunderts reichten die vor vorhandenen Versorgungseinrichtungen nicht mehr aus und es musste nach neuen Möglichkeiten zur Erschließung von Trinkwasserquellen gesucht werden. Dazu schreibt Karl Huth* in seinen Ausführungen in „Kombach im Wandel der Jahrhunderte“, dass die Gemeinde um 1880 erwog, eine eigene Wasserleitung zu bauen. Nach Durchführung dieser Maßnahmen bemerkte man wenige Jahre später, dass der Durchfluss nicht ausreichte, um den Bedarf des größer werdenden Ortes zu decken. Daher baute die Gemeinde 1928 eine zentrale Wasserversorgungsanlage, die den Anforderungen gerecht werden sollte. Die erforderliche Wassermenge deckten nun 2 Flachbrunnen und das Wasser aus einem Stollen im Dietrichstal.
Durch den Zuzug vieler heimatvertriebener Familien nach dem 2. Weltkrieg und der danach auch stetig weiter anwachsenden Bevölkerung allgemein, mussten neue Ressourcen erschlossen werden. So ließ die Gemeinde in den Jahren 1964/65 an verschiedenen Stellen nach Wasser bohren. In einem Seitental oberhalb des Dorfes in Richtung Katzenbach wurde man schließlich fündig und schloss den Brunnen an den 1927 erbauten Hochbehälter am Gehärdge an.
Der neue Brunnen hatte ein Tiefe von 45 m brachte 1,5 Liter Wasser in der Sekunde. Diese Menge deckte den Wasserbedarf aber nur für eine kurze Zeit. Durch die weitere Bebauung der Außenbezirke am Honigberg und oberhalb der Wiesenhofstraße wurden 1967 und 1968 neue Wasserquellen erschlossen und ein notwendig gewordener neuer Hochbehälter am Hirschstein am 23. Mai 1970 offiziell eingeweiht werden.
Mit dem Beitritt der Stadt Biedenkopf im Jahr 1990 zu dem Wasserverband Siegen-Wittgenstein hatten die Brunnen im Ortsteil Kombach für die Versorgung der Kombacher Bevölkerung keine Bedeutung mehr. So entschloss man sich seitens der Stadtwerke Biedenkopf die Brunnen beim Wasserwirtschaftsamt Ende 2002 abzumelden im Anschluss zurückzubauen. Ein Relikt aus dieser Zeit ist noch
ein Gebäude an der B62, in dem die Pumpstation untergebracht war.
